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Winterwetter Magazin

Eisklettern - Aus der Nische zur neuen Trendsportart?

Immer mehr Kletterfans nehmen die eisige Herausforderung an und überwinden an Natureisfällen und in künstlichen Eisparks die steilen Eispassagen. Was Eisklettern so reizvoll macht...

Veröffentlicht: Di 07.02.17 | 00:00 Uhr - Quelle: Guidefinder Eisklettern - Aus der Nische zur neuen Trendsportart?

Natureisfälle ziehen Kletterer und Naturliebhaber in den Bann: Eisklettern wird immer mehr zur Trendsportart. © Guidefinder

Klettern wird immer beliebter, in jedem Element. Kletter- und Boulderhallen verzeichnen Besucherrekorde, Bergschulen und Alpenvereine holen Hobbykletterer aus der Halle an den Fels und Spezialdisziplinen wie das Eisklettern rücken auch für Normalkletterer zunehmend in den Fokus. 

Eisklettern – ein neuer Trend?

Tourismusregionen haben das Potenzial erkannt und locken Kletterbegeisterte mit künstlich angelegten Eisparks und Festivals: Der Eispark Osttirol wurde Anfang 2016 eröffnet und bietet eine künstliche Eiswand mit rund 50 Routen. Das "größte Eiskletterfestival Österreichs", Eis Total im Pitztal ging im Januar in die 18. Auflage und war bereits nach kurzer Zeit ausgebucht.

Was macht das Eisklettern so reizvoll? Die Ursprünge des Eiskletterns liegen in klassischen alpinen Disziplinen wie Klettern und Bergsteigen. Hier gehörte das Überwinden teils steiler Eispassagen mittels Eispickel, Steigeisen und Sicherungen schon bei den Erstbegehern alpiner Klassiker wie Großglockner oder Montblanc zum notwendigen Repertoire. 

Der Unterschied zum Klettern: Keine Reibung, Sicherungen durch Eisschrauben oder sogenannte Sanduhren im Eis und das Fortbewegen mittels Eisgeräten und Steigeisen. Das bedeutet einerseits eine hohe technische Herausforderung, insbesondere bei der Beurteilung der Eisqualität, der Auswahl geeigneter Routen und dem Einschätzen alpiner Gefahren. 

Die einstige Paradedisziplin ambitionierter Alpinkletterer öffnet sich unter der fachkundigen Anleitung eines Experten auch für Neu- und Quereinsteiger und bietet eine spannende und abwechslungsreiche Alternative für zunehmend schneearme Winter.

Heute entwickeln sich mit Spielarten wie dem technischen Klettern an künstlichen Eisformationen, Bigwall-Routen oder das Spiel mit wechselndem Gelände mittels "Drytooling" neue Nischen. Beim sog. Mixed-Klettern werden neben Eis- auch knifflige Felspassagen mit Eisgeräten und Steigeisen überwunden.

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©H. Lindner/Bergschule Hinterstein

Ausprobieren – was brauche ich?

Orientierung und Einweisung geben lokale Kletterführer, die örtlichen Bergschulen und Bergführer. Oft bieten diese ein- oder mehrtägige Schnupperangebote für interessierte Neu- und Quereinsteiger. Einen Tag sollte man mindestens investieren, um herauszufinden, ob man sich zur Eiskletterei berufen fühlt.

Material stellen Bergführer und Bergschulen meist kostenlos zur Verfügung. Wichtig ist der Schutz gegen Nässe und Kälte. Wer mehrere Stunden am Eis verbringt wird feststellen, dass eine gute Isolationsschicht und wasserabweisende Hardshell mit Kapuze schnell darüber entscheiden, ob der Schnuppertag zum Genuss oder zur Qual wird. 

Empfehlenswerte Ausstattung:

• Hardshelljacke und –hose, wasserabweisend mit Kapuze, gute Bewegungsfreiheit

• Isolationsjacke mit synthetischer Füllung oder Daunen

• Warme wasserabweisende Handschuhe mit gutem Griffgefühl

• (Bedingt) steigeisenfeste Bergschuhe (mind. Kategorie C, idealerweise D), je steifer desto besser, gefüttert für Wintereinsatz, warme Socken und Unterwäsche

Kann in der Regel geliehen werden:

• Kletterhelm und Klettergurt (empfehlenswert: klare Sport- oder Sonnenbrille)

• Eisgeräte – kurze gekröpfte Eispickel mit Haue, Schaufel und Hammer

• Steigeisen mit Kipphebel und Frontalzacken

• Seil, Karabiner und Sicherungen (z.B. Tube, Achter, Eisschrauben)

Die besten Spots zum Eisklettern

In Österreich und in der Schweiz ist die Auswahl an Natureisfällen und künstlichen Eisparks groß: Echte Hotspots gibt es in Tirol. Von Ost nach West bieten die Hohen Tauern, das Pitztal oder das Ötztal spektakuläre Natureisfälle und Eisparks für jedes Niveau. Im Maltatal oder den kleinen Seitentälern des Lechtals warten zudem noch richtige Geheimtipps auf Kletterer und Naturliebhaber

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